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Dorfkirche Wallichen - Vorgängerbau aus dem Jahre 1241

"Erhaben in ihrer Schlichtheit, bezaubernd in ihren Details", so Prof. Gottfried Kiesow, der ehemalige Vorsitzende der Stiftung Denkmalschutz, "sind die Dorfkirchen ein Ausdruck des Reichtums unserer Kulturlandschaft. Es gilt, möglichst vielen Menschen bewusst zu machen, welche Schätze für kommende Generationen zu bewahren sind." Dies gilt auch, oder ganz besonders auch für Wallichen.

Für den Ort, der erstmals 1143 in einer Urkunde des Erzbischofs Heinrich zu Mainz Erwähnung findet, in der derselbe dem Peterskloster Erfurt seine Güter bestätigt, wird 1241 eine Kirche beschrieben. Der Abt des Klosters Bürgel, Wittigo, erhebt Anspruch auf die "super ecclesia in Waldege" für die er das Patronatsrecht besitzt. Forschungen der Professoren Wirth und Hoppert, Bauhaus-Universität Weimar, bestätigen die 700 Jahre alten Grundmauern der Kapelle. 1274 gibt es einen erneuten Streit zwischen dem Benediktinerkloster Bürgel und dem Zisterzienserkloster Pforta, wiederum geht es um das Patronatsrecht. 1291 schließlich kauft Kloster Bürgel den ganzen Pfortaischen Besitz in Wallichen, wenig später, 1318 gehört Bürgel das ganze Dorf. Eine Veröffentlichung im Buch "Des Teutschen Reichs-Archiv, die sich auf das Jahr 1485 bezieht, spricht gar vom "Closter zu Waldichen"(Leipzig, 1712), und auch Johann Sebastian Müller bestätigt 1701 mit Bezug auf das Jahr 1544, dass "Freytags nach Marcelli (18. Januar) Churfürst Johann Friedrich "das gewesene Kloster Waldichen, zwischen Weimar und Erfurt gelegen, samt den Pertinentien, "damit künfftiger Zeit die vorigen abgöttische(n) Orden (Wiedertäufer) darinnen nicht wiederum auffgerichtet werden möchten" Georg von Volgstädt erblich überlassen hat. Ein eigenständiges Kloster ist Wallichen nach derzeitigem Wissensstand allerdings nie gewesen. Wallichen war Klosterhof der Klöster Pforta (1265-1291) und Bürgel (1237-1525).

 

Dorfkirche zu Wallichen

 

Das jetzige Gotteshaus, auf den Grundmauern der alten Kapelle aus dem 13. Jahrhundert errichtet, wurde wahrscheinlich im Jahre 1653 erbaut, dann folgten mehrere Teilabrisse und Umbauten. Die Forschungen dazu sind noch nicht abgeschlossen. In der alten Wetterfahne des Kuppelhelmes war die Jahreszahl 1739 enthalten. Ein überlebensgroßes Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert stellt den ältesten Einrichtungsgegenstand dar.

Gottesdienste in der Dorfkirche:

Am Donnerstag, dem 29. September wird in Wallichen in der Kirche ab 18:00 Uhr ein regionaler Segnungsgottesdienst für den Nordbereich des Kirchenkreises Weimar stattfinden. Pfarrer Ulrich Hayner schreibt im aktuellen Gemeindebrief des Kirchspiels Vieselbach über diesen Tag, wie folgt: „Der 29. September hat einen Namen – Michaelis. Michaelis ist das Fest des Erzengels Michael und aller Engel. Nach ihm richtet sich der offizielle Erntedankfest-Termin (am Sonntag nach Michaelis). Es ist ein kleines und fast vergessenes Fest, das in den letzten Jahren aber auch in unserem und den benachbarten Kirchspielen neu entdeckt wurde.“

So lädt Herr Hayner mit den Kollegen aus den Nachbarpfarrämtern wieder zu einem Michaelisgottesdienst nach Wallichen ein. Es wird ein meditativer Gottesdienst, der die Möglichkeit gibt, für eine Stunde vom Alltag abzuschalten. Wer mag, kann sich segnen lassen - entweder für einen bestimmten Lebensabschnitt oder auch nur einfach so, weil wir Gottes Segen immer wieder in unserem Leben brauchen. Dabei spielt der Gedanke eine Rolle, dass es eine der schönsten Aufgaben der Engel ist, Menschen im Namen Gottes zu segnen.

Link: Wallichen liegt am Ökumenischen Pilgerweg


26.06.2016, 14.30 Uhr, Johannisfest

Link: Johannisfest in Wallichen

Link: Das Kirchspiel in Vieselbach

Link: Gemeindebrief für das Kirchspiel Vieselbach mit Vieselbach-Wallichen, Azmannsdorf, Hochstedt, Linderbach und Mönchenholzhausen

Link: Die Wallicher Kirche liegt am Jakobspilgerweg

Impressionen - Die Adam Eifert-Orgel in der Dorfkirche Wallichen:
 

Die Eifert-Orgel der Kirche in Wallichen

Bedeutungsvoll ist auch die Eifert-Orgel, die zur Gestaltung der Gottesdienste und für Konzerte genutzt wird

Der aus Grebenau stammende Adam Eifert trat 1867 als Werkmeister in die Orgelwerkstatt Witzmann in Stadtilm ein. Er heiratete die Tochter seines Meisters und wurde 1870 dessen Werkstattnachfolger. Adam Eifert trug den Titel "Großherzogl. Sächsischer Hoforgelbauer". Von 1870 bis 1907 (1913) baute Adam Eifert 141 neue Orgeln.

Ort Entstehungs- jahr Link Bemerkungen
Queck 1897 Pfarrei Queck Die Orgel fand in allen Stücken die volle Anerkennung und man erkannte sie als ein Meisterstück." (Pfarrchronik)
Freiensteinau 1894    
Angersbach 1897    
Hopfmannsfeld 1897    
Gortz 1908   Die Orgel wurde mit zwei Manualen und acht Registern gebaut
Laucha   Eifert-Orgel Laucha e.V. Größte Eifert-Orgel mit 36 Registern
Rimbach      
Zeilbach 1899   Die Orgel wurde im Jahr 2002 grundsaniert und neu bemalt.
Schlunkendorf 1880 Evangelische Kirche in Schlunkendorf Die Orgel ist mit Spendenmitteln restauriert worden.
Ermenrod 1887    
Ilbeshausen 1913    
Langenschwarz (jetzt Ober-Wegfurth)      
Klings 1878   Die Orgel wurde als opus 22 gebaut
Niederwillingen 1808    
Schöten     St. Marien
Bad Sulza 1882-1884   Restauriert wurde die Orgel 1998-1999
St. Martini in Erfurt 1875   restauriert von Schönefeld 1995

Innenansichten der Kirche in Wallichen
Innenansichten der Kirche in Wallichen